• Misava Macamo

Selbstreflexion

Warum Selbstreflexion wichtig ist und wie sie ein fester Bestandteil Deines Lebens werden kann

Misava Macamo


Laut Wikipedia ist mit „Selbstreflexion“ Folgendes gemeint:

Selbstreflexion bezeichnet die Tätigkeit, über sich selbst nachzudenken. Das bedeutet sein Denken, Fühlen und Handeln zu analysieren und zu hinterfragen mit dem Ziel, mehr über sich selbst herauszufinden. Dabei können wir uns nicht nur selbst als individuelle Person hinterfragen, sondern auch als Teil eines Systems, zum Beispiel als Teil einer Familie oder eines Teams.


In meinen Worten:

Es geht darum, immer wieder einen Check-in bei sich selbst zu machen. Das Ziel „mehr über sich selbst herausfinden“ würde ich besonders hervorheben. Für mich persönlich geht es bei der Reflexion darum, mich wirklich kennenzulernen, jedes Gefühl und jedes Verhalten meinerseits zunächst zu akzeptieren. Jeder Teil von mir ist gut, so wie er eben ist, und dennoch lohnt es sich, an der einen oder anderen Stelle das eigene Verhalten zu hinterfragen.


Beim zweiten Teil der Wikipedia-Definition geht es um unsere Rollen. Hast Du schon mal darüber nachgedacht, welche Rollen Du in Deinem Leben einnimmst?


Reflexionsfragen dahingehend wären beispielsweise:


  • Welche Rollen gibt es in meinem Leben? Bei mir sind das beispielsweise Tochter, Freundin, Kollegin, Gesellschafterin oder Mentorin.

  • Wie verhalte ich mich in der jeweiligen Rolle und entspricht dieses Verhalten meinem Sein?

  • Wo treten manchmal Konflikte auf?


Diese Rollenkonflikte sind etwas ganz Normales. Ich zum Beispiel finde es immer etwas komisch, wenn meine Eltern mir bei einem Vortrag zusehen, weil dann die Rolle der „Tochter“ und die Rolle der „Ernährungsexpertin“ aufeinandertreffen. Dies erst einmal wahrzunehmen, ist aber der erste Schritt, um den Rollenkonflikt dann aufzulösen.


Das ist auch allgemein ein wichtiger Punkt: Beim Reflektieren geht es erst mal wirklich nur um das Reflektieren: Sich Dingen bewusst werden; es muss noch keine Lösung dafür geben, denn oftmals ist das Bewusstsein für etwas schon der halbe Weg auf der Reise zur Lösung.


Die Selbstreflexion ist ebenfalls ein Teil der Lebensbewältigungsmaßnahmen – genauso wie die Resilienz und die Selbstkompetenz. Es ist wichtig, regelmäßig zu reflektieren – Reflexion ist eine der besten Möglichkeiten zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Du darfst es Dir erlauben, Deine Reflexion ohne Wertung durchzuführen; Fehler sind eine Chance zu lernen und auf dem Weg zu Wachstum nicht zwingend hinderlich.


Wie der Dalai Lama schon sagte „Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst“ und Du wirst sehen, welche Erkenntnisse Du mit der Zeit daraus ziehen wirst. Alles beginnt in uns. Du hast Einfluss darauf, wie Du Situationen im Außen begegnest.


Ich persönlich liebe es zu journalen und kann es Dir auch nur ans Herz legen. Unsere Gedanken auf Papier zu bringen hat etwas Beruhigendes und ist auf der anderen Seite erkenntnisreich. Wichtig ist, dass Du Dir dafür ausreichend Zeit nimmst. Mach‘ es Dir gemütlich, zünde vielleicht Kerzen an und achte darauf, dass Du ungestört bist. Vielleicht hilft Dir auch eine Playlist, damit Du ganz im Moment ankommst. Nun kannst Du überlegen, ob Du lieber frei schreibst – wie in ein klassisches Tagebuch – oder ob Dir konkrete Fragen helfen. Es gibt kein richtig oder falsch.


Und gibt es eigentlich einen Zusammenhang zwischen Selbstreflexion und Ernährung? Die Selbstreflexion ist ein Teilgebiet der Persönlichkeitsentwicklung; es geht darum, unsere mentale Stärke zu trainieren und Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit zu betreiben. Persönlichkeitsentwicklung und Ernährung sind eng miteinander verbunden. Also ja, selbstverständlich gibt es da einen Zusammenhang.


In meinen Ernährungsberatungen rate ich immer dazu, das eigene Essverhalten zu reflektieren. Ich gebe Dir gerne auch ein paar Leitfragen hierfür an die Hand: Aus welchen Gründen isst Du? Welche Gefühle verbindest Du mit der Mahlzeit? Wie fühlst Du Dich, wenn Du gegessen hast? Welche Mahlzeit/ welches Lebensmittel tut Dir so richtig gut? Vor allem, wenn Du ab und an Probleme hast, zum Beispiel etwas nicht gut verträgst, können Dir solche Fragen ungemein helfen. Und nicht immer musst Du Deine Reflexion aufschreiben. Auch eine gedankliche Reflexion ist viel wert!


Ich hoffe, ich konnte Dir ein paar Impulse geben und Dich mit den Fragen inspirieren. Falls ja, freue ich mich sehr, von Dir zu hören!